Flüchtlinge Litzowstrasse

Flüchtlingsunterkunft

in der Litzowstraße in Hamburg-Wandsbek

 

Absender: meybohm@kulturschloss-wandsbek.de17. Januar 2014

 

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer des Flüchtlingslagers
Litzowstraße,

seit Anfang Januar wird das Flüchtlingslager nun sukzessive bezogen. Ca.
80 von ursprünglich vorgesehenen 110 Plätzen sind besetzt; ausschließlich
mit Eltern und ihren Kindern aus Afghanistan, Iran, Syrien und Montenegro.
Die Kapazität auf dem sowieso außerordentlich beengten Raum soll
möglicherweise über die Planung hinaus auf 140 Plätze erhöht werden - eine
Zumutung für BewohnerInnen wie BetreuerInnen!

Im Rahmen erster Besuche und Gespräche haben wir die aktuelle Notlage der
Flüchtlinge kennen gelernt. Sie wohnen sehr beengt jeweils zu zweit oder
zu dritt in 9 Quadratmeter großen Containerräumen, in jedem Flur aber gibt
es Sanitäranlagen und eine Küche (noch ohne Tisch). Es gibt keinen
Aufenthaltsraum und es wird auch keinen geben. Der ursprünglich
vorgesehene wird als Lagerraum gebraucht.
Die Waschmaschinen sind wegen fehlender Anschlüsse auch zwei Wochen nach
dem Einzug nicht funktionsfähig, die Waschbecken für die Handwäsche zu
klein, Trockenmöglichkeiten gibt es nicht, der Waschsalon ist nicht
bezahlbar. Laut Auskunft von "fördern und wohnen" soll dieses Problem am
kommenden Montag behoben werden.

Hilfe ist aktuell in vielerlei Hinsicht erforderlich, u.a.:

-  Es fehlt an warmer Kleidung, auch für die Kinder. "Fördern und wohnen"
aber kann keinen Raum für Kleiderspenden zur Verfügung stellen. Gibt es
eine Kleiderkammer in Wandsbek? Gibt es eine Institution, die ggf. bereit
wäre, eine solche aufzubauen?
- Gesucht werden Sportmöglichkeiten, aktuell für Basketball und Schwimmen.
Das Wendemuth Bad ist sehr nah, aber finanziell unerschwinglich. Außerdem
fehlt Badekleidung. Gibt es Ideen?

Wir haben den BetreuerInnen eine dringend erforderliche Liste
fremdsprachiger MedizinerInnen in Wandsbek und Umgebung zur Verfügung
gestellt, BewohnerInnen die nächstgelegene Ausgabestelle der Hamburger
Tafel gezeigt und Kontakt zum nahegelegenen Spielhaus aufgenommen, in dem
vormittags Kleinkinder betreut werden.

Neben all dem materiellen Bedarf ist persönlicher Kontakt besonders
wichtig. Wir sind mit einem selbstgebackenen Kuchen und zwei Thermoskannen
in der Wohnunterkunft aufgetaucht und waren natürlich anfangs befangen.
Das aber hat sich in kürzester Zeit aufgelöst. Die BewohnerInnen sind sehr
dankbar für Besuch und auch Sprachschwierigkeiten ließen sich überwinden.
Manche sprechen ein wenig deutsch, andere englisch oder französisch.
Vielleicht mögen Sie sich auch selbst ein Bild machen?

Wir freuen uns auf unseren Erfahrungsaustausch am 11. Februar!

Herzliche Grüße

Alexander Weil und Katja Meybohm

Kulturschloss Wandsbek
Königsreihe 4
22041 Hamburg

040 682 854 55
meybohm@kulturschloss-wandsbek.de

www.kulturschloss-wandsbek.de

 

Ergänzung von Frau Meybohm vom 20. Januar: H

Liebe engagierte Helferinnen und Helfer,

in dieser Woche haben wir von "fördern und wohnen" erfahren, dass die
Belegung der Wohnunterkunft Litzowstraße ab dem 02.01.14 erfolgt. Da die
Phase des Ankommens erfahrungsgemäß ein wenig dauert, wurde uns empfohlen,
das nächste Treffen des UnterstützerInnenkreises auf Anfang Februar zu
legen. Aus diesem Grund laden wir Sie am Dienstag, den 11.02.14, um 18 Uhr
zum nächsten Nachbarschaftstreffen ein. Da wir zu Beginn eine Ortsbegehung
arrangiert haben, werden wir uns um 18 Uhr auf dem Gelände der
Wohnunterkunft Litzowstraße treffen. Anschließend werden wir dann
gemeinsam ins Kulturschloss Wandsbek gehen.

Ziel unseres Treffens sollte sein, etwas über die Bedarfe zu erfahren, um
die Unterstützungsangebote für die Flüchtlinge zu konkretisieren. Weitere
Wünsche bzgl. der Tagesordnung nehmen wir gern entgegen.

Ich wünsche Ihnen erholsame Feiertage und einen guten Start ins Neue Jahr!

Herzliche Grüße

Katja Meybohm